Internationaler Übersetzertag

Am 30.September jährt sich der Internationale Übersetzertag, der im deutschen Sprachraum auch als Tag des Heiligen Hieronymus, Schutzpatron der Übersetzer und Dolmetscher, gefeiert wird.

Hieronymus (347 – 420) übersetzte zahlreiche Bibeltexte und theologische Schriften ins Lateinische. Er beherrschte sowohl klassisches als auch zeitgenössisches Latein, Griechisch und berief sich in seinen Schriften auch auf Gelehrte, die ihm Hebräisch beigebracht hätten. Seine Übersetzung des Alten Testaments, heute noch als „Vulgata“ bekannt, wurde im 16. Jahrhundert vom Konzil von Trient als maßgebliche Bibelfassung der katholischen Kirche anerkannt.

1954 hatte die Fédération Internationale des Traducteurs (FIT), der internationale Dachverband der Dolmetscher und Übersetzer, zum ersten Mal diesen Gedenktag ins Leben gerufen. 1991 wurde dieser Tag zum Internationalen Übersetzertag erweitert, um den Beruf, der im Rahmen der Globalisierung immer mehr Bedeutung gewinnt, in möglichst vielen Ländern zu fördern.   Diese Bemühungen wurden am 24.05.2017 durch die UNO-Generalversammlung verstärkt, die den Internationalen Übersetzertag weltweit in Kraft gesetzt hat. Damit erkennt die Generalversammlung die Rolle der professionellen Übersetzung bei der Vernetzung von Nationen und deren Beitrag zur gesellschaftlichen Entwicklung und Verbreitung von Wissen an.

Viele Menschen sind sich gar nicht bewusst, dass sie tagtäglich mit Übersetzungen konfrontiert werden – von der App auf dem Smartphone bis zu Romanen, von Webseiten bis hin zu Geschäftsberichten internationaler Großkonzerne. Übersetzungsarbeit spielt aber nicht nur in der Wirtschaft eine zentrale Rolle, sie trägt auch zur Förderung von Kultur und Wissenschaft bei. In mehrsprachigen Ländern wie Belgien, der Schweiz oder Kanada sind Übersetzungen unerlässlich. Dort müssen laut Gesetz politische Vorgänge aller Art in die andere Landessprache übersetzt werden. Die Übersetzertätigkeit dient ebenfalls dem vereinten Europa. Schließlich sagte bereits der italienische Schriftsteller Umberto Eco (1932-2016):

„La lingua dell‘ Europa è la traduzione.“ (Die Sprache Europas ist die Übersetzung)

In diesem Jahr finden Ende September  wieder zahlreiche Veranstaltungen statt. Der Bund der Dolmetscher und Übersetzer (BDÜ)  widmet sich in Erfurt dem Thema Gebärdendolmetschen. In verschiedenen Städten veranstaltet die Weltlesebühne „gläserne Übersetzungen“, bei denen die Zuhörer einen Einblick in den Übersetzungsprozess bekommen. Die Goethe-Institute organisieren ebenfalls verschiedene Veranstaltungen in Ausland.

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